Wie kann ich meinen Lebenspartner absichern?

Leben Sie mit Ihrem Lebensgefährten oder Ihrer Lebensgefährtin nicht bloß zwanglos zusammen, sondern verstehen sich als echte Partner, werden Sie ein Interesse daran haben, sich gegenseitig abzusichern. Das schlichte Versprechen, füreinander da zu sein und füreinander Verantwortung zu tragen, ist ein zwar lobenswert, in der Not aber keine echte Hilfe. Sie sollten also wissen, welche Optionen bestehen, den Lebenspartner effektiv abzusichern, wenn Sie versterben sollten.

Kurze Zusammenfassung

  • Leben Sie nicht in einer eingetragenen Partnerschaft und sind Sie auch nicht verheiratet, stehen Sie sich rechtlich wie Fremde gegenüber.
  • Um den Partner abzusichern, empfiehlt sich zumindest der Abschluss eines Partnerschaftsvertrages oder die Eheschließung.
  • Finanziell sichern Sie Ihren Partner ab, indem Sie den Partner testamentarisch in Ihre Erbfolge einbeziehen und eine Risikolebensversicherung abschließen. Emotional sichern Sie den Partner ab, indem Sie eine Vorsorgevollmacht verfassen und eine Patientenverfügung erstellen.

Praktische Tipps für Sie

Tipp 1: Eheschließung begründet Vorteile
Versterben Sie nach Ihrer Eheschließung, hat der hinterbliebene Partner Anspruch auf das Sterbevierteljahr, hat Anspruch auf Witwen-  oder Witwerrente, genießt hohe Freibeträge im Erbschaftssteuerrecht und ist in vielen Versicherungen familienversichert.

Tipp 2: Regeln Sie Ihre Erbfolge
Sie sichern Ihren Partner oder Ihre Partnerin für den Fall Ihres Ablebens am besten dadurch ab, dass Sie den Partner testamentarisch zu Ihrem Erben bestimmen oder einen Erbvertrag beurkunden.

Tipp 3: Verfassen Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung
Um den Partner im Vorsorgefall auch emotional zu entlasten und zu gewährleisten, dass in Ihrem Sinne gehandelt wird, empfiehlt es sich, dass Sie eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung verfassen.

Verhandeln Sie einen Partnerschaftsvertrag

Leben Sie zwanglos außerhalb einer eingetragenen Lebenspartnerschaft oder einer Ehe zusammen, stehen Sie sich wie fremde Person gegenüber. Auch wenn Sie eine eheliche Beziehung führen, ändert dies nichts daran, dass Sie sich rechtlich wie Fremde gegenüberstehen. Selbst wenn Siegemeinsame Kinder erziehen, bleibt Ihre Beziehung untereinander rechtlich ungeregelt. Solange Sie sich nicht zur Eheschließung entscheiden können, sollten Sie zumindest einen Partnerschaftsvertrag in Erwägung ziehen.

Sollten Sie versterben und sind unverheiratet, ist der Partner oder die Partnerin finanziell auf sich selbst gestellt. Selbst wenn der Partner maßgeblich zum Aufbau von Vermögenswerten beigetragen und vielleicht auf eigene berufliche Aktivitäten verzichtet hat, hätte er oder sie keinen Anspruch, im Falle Ihres Ablebens an Ihrem Vermögen beteiligt zu werden. Es bestünde kein Anspruch auf Zugewinnausgleich oder Versorgungsausgleich.

Insoweit empfiehlt sich zumindest der Abschluss eines Partnerschaftsvertrages. Darin können Sie alles regeln, was Sie für wichtig halten. Insbesondere könnten Sie den Partner oder die Partnerin testamentarisch zu Ihrem alleinigen Erben bestimmen oder neben anderen Erben einen Erbanteil zuerkennen. Wegen der vielfältigen Details sollten Sie sich bei kompetenter Stelle informieren.

Stellen Sie Ihr Zusammenleben auf eine rechtliche Grundlage

Leben Sie in einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft, wäre es naheliegend, dass Sie Ihre Lebensgemeinschaft auf eine rechtliche Grundlage stellen und einander heiraten.

Sorgen Sie für den Fall der Fälle vor.

Schaubild:
Sorgen Sie für den Fall der Fälle vor.

Seit 1. Oktober 2017 haben Sie mit der Ehe für alle die Möglichkeit, Ihren gleichgeschlechtlichen Partner oder Ihre gleichgeschlechtliche Partnerin zu heiraten. Die Begründung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft ist seitdem nicht mehr möglich. Soweit Sie bereits in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, haben Sie die Freiheit, Ihre eingetragene Lebenspartnerschaft auf freiwilliger Basis in eine Ehe umzuwandeln. Ihre eingetragene Lebenspartnerschaft oder Ihre Ehe begründet eine Reihe von Vorteilen.

Sterbevierteljahr

Beziehen Sie eine Rente und versterben, hat der überlebende eingetragene Lebenspartner oder der überlebende Ehepartner Anspruch auf das sogenannte Sterbevierteljahr. Er erhält für die ersten drei Monate nach dem Tod des anderen die volle gesetzliche Rente weitergezahlt. Ein eventuelles Einkommen wird nicht angerechnet. Hatten Sie noch keine Altersrente bezogen, zahlt die Rentenkasse ab dem Todestag bis zum Ende des dritten Monats eine Rente in Höhe der theoretisch bestehenden Erwerbsminderungsrente.

Ihr überlebender Partner kann bei der Rentenkasse beantragen, den Betrag für das Sterbevierteljahr als Vorschuss in einer einzigen Summe auszuzahlen. Der Antrag kann bei jeder Postfiliale gestellt werden, muss allerdings innerhalb einer Frist von 30 Tagen nach dem Todesfall erfolgen. Wird die Frist versäumt, kann sich der überlebende Partner die Leistung lediglich Monat für Monat auszahlen lassen.

Witwen- /Witwerrente

Sterben Sie, hat der überlebende Partner Anspruch auf eine Witwen- oder Witwerrente. Dazu müssen Sie die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt und Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt haben:

  • Der hinterbliebene Ehepartner hat Anspruch auf die große Witwenrente, wenn er oder sie das 47. Lebensjahr vollendet hat oder ein eigenes Kind oder ein von Ihnen stammendes Kind erzieht, das noch nicht 18 Jahre alt ist. Die Rente beträgt 60 % Ihrer Rente wegen voller Erwerbsminderung. Ein Einkommen des Partners wird darauf teilweise angerechnet.
  • Sind die Voraussetzungen für die große Rente nicht erfüllt, besteht Anspruch auf die kleine Witwerrente. Diese beträgt 25 % Ihrer Rente bei voller Erwerbsminderung. Diese Rente wird jedoch nur für zwei Jahre gezahlt.
  • Hinterlassen Sie ein minderjähriges Kind, hat das Kind Anspruch auf eine Halbwaisen- oder Vollwaisenrente. Der Anspruch besteht bis zum 27. Lebensjahr, wenn das Kind eine Schul- oder Berufsausbildung absolviert oder behindert ist.

Gut zu wissen:

Wurde die Ehe oder vor weniger als einem Jahr geschlossen, gilt sie als Versorgungsehe und begründet keinen Anspruch auf Witwenrente. Der hinterbliebene Partner kann allerdings den Beweis des Gegenteils antreten.

Freibeträge im Erbschaftssteuerrecht

Hinterlassen Sie Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin große Vermögenswerte, gewährt das Erbschaftssteuerrecht gewisse Freibeträge. Haben Sie keine eingetragene Lebenspartnerschaft begründet oder sind Sie nicht miteinander verheiratet, steht dem Partner ein Freibetrag von lediglich EUR zu.

Sind jedoch verheiratet, beträgt der Freibetrag EUR. Übersteigt Ihr Vermögen die Freibeträge, zahlt der hinterbliebene Partner Erbschaftssteuern. Der Freibetrag von EUR kann also schnell überschritten werden. Ist der überlebende Partner erbberechtigt, müsste er möglicherweise Vermögenswerte verkaufen, nur um Erbschaftssteuern bezahlen zu können. Sie vermeiden dieses Problem, indem Sie einander heiraten.

Familienversicherung

Heiraten Sie, ist der nicht erwerbstätiger oder nur geringfügig verdienende Ehepartner in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung familienversichert. Sind Sie unverheiratet, muss sich jeder Partner eigenständig versichern. Auch in der Rechtsschutzversicherung und privaten Haftpflichtversicherung besteht Familienversicherungsschutz.

Schließen Sie eine Risikolebensversicherung ab

Ein einfacher Weg, den Partner oder die Partnerin abzusichern, ist der Abschluss einer Risikolebensversicherung. Im Unterschied zur Kapitallebensversicherung zahlen Sie nur geringe Prämien und erhalten das eingezahlte Kapital nicht zurück. Die Versicherung zahlt nur, wenn Sie versterben. In der Versicherungspolice bezeichnen Sie den Partner oder die Partnerin als die bezugsberechtigte Person, an die im Falle Ihres Ablebens die vereinbarte Versicherungssumme ausgezahlt werden soll. Die Versicherungssumme fällt nicht in den Nachlass, sondern steht ausschließlich der bezugsberechtigten Person zu. Soweit es außer Ihrem Partner noch andere Erben gibt, haben diese Erben keinen Zugriff auf die Versicherungsleistung.

Expertentipp:

Leben Sie im eigenen Haus und haben das Haus weitgehend finanziert, empfiehlt sich auch insoweit der Abschluss einer Risikolebensversicherung. Sie vermeiden damit, dass Ihr überlebender Partner aus seinem eigenen Einkommen möglicherweise den Kapitaldienst an die Bank nicht mehr leisten kann und das Haus vielleicht verkaufen muss. Wird hingegen die Versicherungssumme aus einer Risikolebensversicherung ausgezahlt, kann der Partner den Bankkredit daraus zurückführen.

Setzen Sie den Partner testamentarisch zum Erben ein

Sterben Sie, ist Ihr nicht eingetragener oder nicht geehelichter Partner nicht Ihr gesetzlicher Erbe. Der hinterbliebene Partner erbt nichts. Sie können dies einfach ändern, indem Sie ein Testament verfassen oder notariell einen Erbvertrag beurkunden.

In einem Testament können Sie den hinterbliebenen Partner zu Ihrem alleinigen Erben bestimmen. Soweit es noch andere Erben gibt, können Sie den Partner auch mit einem einen Erbanteil berücksichtigen. Ihre Partnerin bzw. Ihr Partner bildet dann mit den übrigen Erben eine Erbengemeinschaft. Die testamentarische Erbeinsetzung ist insoweit wichtig, als Sie sich vielleicht ein gemeinsames Leben aufgebaut haben, in einem gemeinsamen Haus wohnen oder der Partner sein berufliches Leben weitgehend aufgegeben und in den Dienst Ihrer gemeinsamen Lebensführung gestellt hat. Wird der Partner dann testamentarisch im Erbfall nicht berücksichtigt, steht er plötzlich mit leeren Händen da.

Die testamentarische Absicherung des überlebenden Partners ist auch insoweit wichtig, wenn Sie in einer Patchwork-Familie leben. Haben Sie Kinder aus einer früheren Beziehung, sind diese gesetzlich erbberechtigt. Daraus ergeben sich oft handfeste Konflikte, wenn der Erbfall eintritt. Es empfiehlt sich, die Gegebenheiten testamentarisch zu regeln.

Gut zu wissen:

Sie brauchen Ihr Testament nicht unbedingt notariell zu beurkunden. Es genügt die privatschriftliche Form. Möchten Sie aber potentielle Streitigkeiten mit sonstigen Erben vermeiden, sollten Sie Ihr Testament zumindest gegen Zahlung geringer Gebühren beim Nachlassgericht hinterlegen und beim Testamentsregister der Bundesnotarkammer registrieren lassen. So ist gewährleistet, dass das Testament nach Ihrem Ableben zuverlässig aufgefunden wird und inhaltlich nicht mehr verfälscht werden kann. Möchten Sie ganz sichergehen, können Sie Ihr Testament auch notariell beurkunden lassen. Eine Steigerung ist auch insoweit noch möglich, als Sie gemeinsam mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin einen Erbvertrag beim Notar beurkunden und darin den Partner als Ihren Erben bestimmen.

Regeln Sie die Eigentumsverhältnisse an Ihrer Wohnung

Sind Sie alleiniger Eigentümer eines Wohnhauses, leben Sie vielleicht mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin wie selbstverständlich in Ihrem Eigentum zusammen. Sterben Sie, könnten Ihre Erben kompromisslos verlangen, dass der Partner umgehend aus dem Haus auszieht. Ihr Partner stünde vor dem Nichts.

Möchten Sie diese Situation vermeiden, sollten Sie in einem Testament klarstellen, dass Ihre Partnerin bzw. Ihr Partner im Haus wohnen bleiben darf. Sie könnten auch ein Wohnrecht im Grundbuch eintragen lassen oder ihr bzw. ihm einen Miteigentumsanteil an Ihrer Wohnung übertragen. Ihre Erben müssten Ihren letzten Willen respektieren. Der Abschluss eines bloßen Mietvertrages ist riskant. Sterben Sie, könnten Ihre Erben den Mietvertrag kündigen, wenn ein Erbe Eigenbedarf geltend macht und die Wohnung selbst beziehen möchte.

Treffen Sie Vorsorge für den Vorsorgefall

Geht es darum, den Partner oder die Partnerin abzusichern, sollten nicht nur finanzielle Aspekte im Vordergrund stehen. Sie tun dem Partner oder der Partnerin auch einen großen Gefallen, wenn Sie für den Vorsorgefall Vorkehrungen treffen. Dazu gehören Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Sie stellen damit sicher, dass Ihr Partner oder Ihre Partnerin im Vorsorgefall eine rechtliche Handhabe hat, für Sie tätig zu werden. Sie vermeiden, dass der Partner oder die Partnerin andernfalls tatenlos zusehen muss, wie vielleicht fremde Personen über Ihr Schicksal bestimmen und Entscheidungen treffen, die nicht unbedingt in Ihrem Sinne liegen.

Verfassen Sie eine Vorsorgevollmacht

Wenn der Vorsorgefall eintritt, steht Ihre Partnerin bzw. Ihr Partner vor einer schwierigen Situation. Denn Sie sind aus physischen oder psychischen Gegebenheiten außerstande, für sich selber Entscheidungen zu treffen. Es liegt dann im Sinne beider Partner, wenn Sie den Partner in einer Vorsorgevollmacht bevollmächtigt haben, für Sie Dinge zu entscheiden, die in Ihrer aktuellen Situation zur Entscheidung anstehen.

Sollten Sie Ihren Partner und auch sonst keine andere Person bevollmächtigt haben, müsste das Vormundschaftsgericht möglicherweise einen rechtlichen Betreuer für Sie bestellen. Sie können dann nicht mehr befragt werden, ob Sie mit der Person dieses, für Sie wahrscheinlich fremden Betreuers einverstanden sind.

Praxisbeispiel:

Sie bevollmächtigen Ihren Partner oder Ihre Partnerin in der Vorsorgevollmacht, den aus Anlass Ihrer Erkrankung notwendigen Schriftverkehr mit der Krankenkasse, Rentenversicherung oder sonstigen Behörden zu führen. Sie wissen, dass Ihr Partner verantwortungsvoll mit der Vorsorgevollmacht umgeht und in Ihrem Sinne handeln wird.

Verfassen Sie eine Patientenverfügung

Auch mit einer Patientenverfügung tragen Sie dazu bei, dass Sie den Partner und die Partnerin in einer schwierigen Situation entlasten, indem Sie den Partner einbeziehen, an Ihrem Schicksal in rechtlicher Form teilzuhaben. Sie vermeiden damit, dass Sie nach allen Regeln der ärztlichen Kunst bis zum letzten Atemzug behandelt werden, auch dann, wenn keinerlei Aussichten auf Heilungserfolg bestehen.

Müsste der Partner oder die Partnerin dann tatenlos zusehen, wie Sie unter Einsatz aller medizinisch technischen Möglichkeiten behandelt werden, könnte er oder sie sich in einer emotionalen ausgesprochen belasteten Situation wiederfinden. In einer Patientenverfügung stellen Sie hingegen klar, wie und ob Sie für den Fall der Fälle behandelt werden möchten und übertragen Ihrer Partnerin bzw. Ihrem Partner das Recht, in Ihrem Sinne Entscheidungen zu treffen.

Ausblick

Es gibt eine Reihe von Optionen, den Lebenspartner für den Fall des eigenen Ablebens abzusichern. Welche Option in Ihrem Fall in Betracht kommt, richtet sich nach Ihren individuellen Gegebenheiten. Sie sollten sich jeweils kompetent informieren und beraten lassen.

Autor:  iurFRIEND®-Redaktion

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