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Mediation bei Trennung zu Zeiten von Corona

 
 

Das Corona-Virus fordert nicht nur unser biologisches Gleichgewicht heraus. Auch die Beziehungen zwischen Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts sehen sich Belastungen ausgesetzt, die vor kurzer Zeit noch nicht absehbar waren. In dieser Situation kann es konstruktiv sein, einen Mediator einzubeziehen, der die Trennung vielleicht vermeidet oder die Trennung zu Zeiten von Corona zumindest steuert.

Ist Ihre Trennung wirklich dem Corona-Virus geschuldet?

Steht Ihre Beziehung zur Partnerin oder zum Partner auf der Kippe, ist das Argument schnell bei der Hand, dass das Corona-Virus verantwortlich sei. War oder ist es noch immer so, dass Ihre Wohnung den Mittelpunkt Ihres Alltags darstellt, leben Sie auf engstem Raum zusammen. Wer auf engstem Raum zusammenlebt, kaum eigene Rückzugsmöglichkeiten hat, sich ständig über den Weg läuft und in ungewohnter Art und Weise Rücksicht auf den Partner nehmen muss, geht sich schnell gegenseitig auf die Nerven. Wenn dann tatsächlich die Trennung im Raum steht, ist wohl einiges schiefgelaufen.

Keinesfalls sollten Sie das Corona-Virus als Vorwand nutzen, um Ihre Beziehung zu hinterfragen. Das Virus dürfte kaum der wahre Grund sein, wenn Ihre Partnerschaft in Schwierigkeiten steckt. Die Gründe für Ihre Schwierigkeiten liegen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit woanders. Die durch die Corona-Krise bedingten Lebensverhältnisse bringen offensichtlich Gegebenheiten zum Vorschein, die vorher verborgen waren oder schlicht ignoriert wurden. Gerade dann, wenn wir auf engsten Raum auf längere Zeit miteinander auskommen müssen, zeigen Menschen Charakterzüge, die den Partner überraschen, herausfordern und allzu oft auch überfordern.

Ist Ihre Gefühlslage jetzt explosiv, kann der berühmte Tropfen das Fass zum Überlaufen bringen. Ob sich daraus wirklich ein handfester Trennungsgrund entwickelt, müssen Sie selbst entscheiden. Vielleicht beruhigt sich die Situation genauso schnell, wie sie entstanden ist. Sie könnte sich auch wieder entschärfen, sobald das Corona-Virus in seine Schranken gewiesen ist und Sie Ihr normales Leben wieder zurückerhalten.

Ist die Mediation die Ultima Ratio?

Ein Mediator beginnt seine Arbeit dort, wo Ihre Möglichkeiten blockiert sind. Um diese Grenze zu erreichen, sollten Sie sich zunächst selbst herausgefordert fühlen. Ihre Herausforderung besteht darin, dass Sie Wege suchen, die Gründe zu entschärfen, die für Ihre Trennung verantwortlich sind.

Ist es so, dass allein die räumlichen Verhältnisse und die tagtägliche Nähe zur Partnerin oder zum Partner zu Zeiten von Corona Trennungswünsche hervorrufen, ist es naheliegend, genau an dieser Stelle anzusetzen. Zwangsläufig ergibt sich daraus die Erkenntnis, dass Sie oder Ihre Partnerin oder Ihr Partner den Freiraum vermissen, den er oder sie vorher hatte, als das Corona-Virus noch keine Rolle spielte.

Sie sollten sich also selbst diesen Freiraum nehmen oder dem Partner genau diesen Freiraum gewähren. Vielleicht verpufft Ihr Gefühl der Enge, sobald Sie sich zurückziehen und der Partner Ihren Rückzug akzeptiert. Es wird wichtig sein, diesen Aspekt zu thematisieren. Wenn Sie sich stillschweigend zurückziehen, wird die Partnerin oder der Partner vielleicht nicht verstehen, warum Sie sich plötzlich einwickeln. Ihr Rückzug könnte als Misstrauen verstanden werden. Misstrauen schafft Unruhe, verstärkt Zweifel und destabilisiert die Partnerschaft.

Wie Ihr Freiraum aussehen könnte, hängt davon ab, welche Rückzugsmöglichkeiten Sie aktuell haben und mit welchem Interesse und mit welcher Motivation Sie bereit und interessiert sind, diese Rückzugsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Da Sie sich außerhalb Ihrer Wohnung bewegen dürfen, bieten sich Spaziergänge und Wanderungen an, bei denen Sie Kopf und Gemüt von allen unnötigen Zwängen befreien können. Gönnen Sie sich auch innerhalb Ihrer Wohnung einen Rückzugsraum. Glauben und erwarten Sie nicht, dass Sie alles gemeinschaftlich erledigen und erleben müssen, nur weil Sie in Ihrer Wohnung ausharren müssen.

Frühestens dann, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Kommunikations- und Kooperationsmöglichkeiten mit der Partnerin oder dem Partner erschöpft sind, sollten Sie eine Mediation in Betracht ziehen. Die Mediation setzt schließlich voraus, dass Sie und Ihre Partnerin oder Partner innerlich bereit sind, sich gegenüber einem Mediator zu offenbaren und nach Maßgabe der Ergebnisse Ihrer Unterredungen an Ihrer Beziehung zu arbeiten.

Was leistet ein Mediator?

Ein Mediator ist kein Zauberer. Er kann Ihre Beziehung nicht allein runderneuern. Je nachdem, in welchem Stadium Ihrer Beziehung Sie sich befinden, hat die Mediation unterschiedliche Zielsetzungen. Soweit Sie Ihrer Partnerschaft noch eine Zukunft geben, wird die Mediation darauf ausgerichtet sein, Ihre Partnerschaft auf eine neue Grundlage zu stellen. Es gilt, die Gründe für Ihre Sprachlosigkeit zu analysieren. In diesem Fall läuft die Mediation auf eine Paartherapie und eine Art Eheberatung hinaus.

Steht hingegen Ihre Trennung fest, führt die Mediation dahin, dass Sie Ihre Lebensgemeinschaft einvernehmlich abwickeln. Die Gründe für Ihre Trennung treten dann in den Hintergrund. Sie müssen nunmehr Ihre Lebensgemeinschaft bewältigen und wie bei einem Konkurs eines Unternehmens alles liquidieren, was an Verbindlichkeiten und Vermögenswerten vorhanden ist.

Aufgabe des Mediators ist es, Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Partnern zu überbrücken. Der Mediator ist und bleibt neutral. Er ist nicht der Interessenvertreter eines Partners. Es soll dazu beitragen, auch in einer schwierigen Lebenssituation Konflikte zu bewältigen und die Partner auf dem Weg zu einer Entscheidungsfindung zu begleiten.

Der Mediator ist das Sprachrohr beider Partner. Er hört zu, wenn ein Partner spricht und übersetzt dem anderen, was er gehört und dabei empfunden hat. Er kann sich im Einzelgespräch mit jedem Partner austauschen. Das, was der Mediator sagt, dürfen Sie nicht als richtig oder falsch verstehen. In einer Partnerschaft läuft die Kommunikation meist darauf hinaus, dass jeder Partner bereit ist, etwas zu geben und zu nehmen. Wer nur nehmen möchte, wird Widerspruch ernten.

Der Mediator entscheidet nichts. Er verpflichtet niemanden zu irgendetwas. Sie können die Mediation jederzeit beenden. Auch der Mediator wird die Mediation beenden, wenn er die Gegebenheiten so einschätzt, dass eine sinnvolle Kommunikation nicht zu erwarten ist und eine Einigung der Partner aussichtslos erscheint.

Geht es um die Bewältigung Ihrer Trennung, führt die Mediation im Idealfall dazu, dass Sie eine Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarung verhandeln und zum Abschluss bringen. Der konstruktive Ansatz besteht darin, dass Sie mit einer Scheidungsfolgenvereinbarung den Weg für eine einvernehmliche Trennung und Scheidung realisieren und die mit einer streitigen Scheidung oft einhergehenden Rosenkriege und Schlammschlachten vermeiden. Das Ergebnis einer Scheidungsfolgenvereinbarung sollten Sie als fair und vertretbar erleben und nicht danach bewerten, ob Sie ausschließlich Vorteile oder Nachteile erfahren.

Soweit Sie als Mediator einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin beigezogen haben, wird der Anwalt die Scheidungsfolgenvereinbarung formulieren. Diese wäre dann notariell zu beurkunden. Nur dann ist sie rechtsverbindlich. Der als Mediator auftretende Rechtsanwalt darf dann allerdings keinen der Partner im Scheidungsverfahren vertreten. Da der Anwalt als Mediator beide Partner kennengelernt hat, lässt sich nur so ein Interessenkonflikt vermeiden.

Die Kosten für eine Mediation werden übrigens von vielen Rechtsschutzversicherungen bis zu gewissen Höchstbeträgen bezahlt. Details lesen Sie in Ihrer Sicherungspolice. Ist nur Ihre eingetragene Lebenspartnerin bzw. Ihr eingetragener Lebenspartner rechtsschutzversichert, sind Sie selbst familienmitversichert und können die Rechtsschutzversicherung gleichfalls in Anspruch nehmen.

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