Artikel-Bild

Ehe für alle: Endlich dürfen auch gleichgeschlechtliche Partner heiraten

 
 

Nach langwierigen Kämpfen, ewigen Debatten und jahrelangen Bemühungen des Gesetzgebers ist es nun endlich soweit: Die Ehe für alle wurde soeben vom Bundestag beschlossen. Homosexuelle Partner können jetzt auch wie heterosexuelle Paare heiraten und sind ihnen rechtlich komplett gleichgestellt.

Seit 2001 ist es gleichgeschlechtlichen Paaren bereits möglich, ihrer Lebenspartnerschaft einen offiziellen Charakter und eine rechtliche Bedeutung zu geben und diese eintragen zu lassen. Sie sind damit verpartnert. Mit der Eintragung der Lebenspartnerschaft  gehen homosexuelle Partner die gleichen Verpflichtungen ein wie Ehepaare mit der Heirat, jedoch werden sie dadurch benachteiligt, dass ihnen nicht alle Rechte gewährt werden. Das Bundesverfassungsgericht stellte in der Vergangenheit immer wieder fest, dass diese Ungleichbehandlung von eingetragener Lebenspartnerschaft und Ehe mehrere Verstöße gegen das Grundgesetz begründe. Folglich sei die rechtliche Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaft alias "Homo-Ehe" mit der Ehe umzusetzen.

Diese Umsetzung ließ lange auf sich warten. Erst 2012 war es gleichgeschlechtlichen Paaren möglich, ihre Steuerklassen zu wählen und in den Genuss des Ehesplittings zu kommen. Zwar wurden die rechtlichen Bestimmungen zur eingetragenen Lebenspartnerschaft und deren Aufhebung weitestgehend angepasst und die rechtlichen Bestimmungen zum Güterstand, zum Vermögen, zu den Unterhaltsregelungen etc. der galten wie für die Ehe und Scheidung. Jedoch konnten gewisse Benachteiligungen bis dato immer noch nicht ausgemerzt werden. Homosexuelle Lebenspartner können keine Kinder wie Ehepaare gemeinsam adoptieren, sondern müssen immer noch im Wege der sukzessiven Adoption ein Kind einzeln adoptieren. Ebenso bitter für lesbische Paare, die einen Kinderwunsch haben, war die regelmäßige Versagung der künstlichen Befruchtung von den Samenbanken, die der Meinung sind, dies widerspreche ihrem berufsrechtlichen Vorgaben, obwohl dies bzgl. überhaupt keine Vorschriften bestehen. Kompliziert ist es auch, wenn eine Partnerin ein Kind gebärt und die Mutterschaft der zweiten Mutter nicht wie die Vaterschaft eines Ehemannes automatisch nach § 1592 BGB angenommen wird, sondern wieder nur der Weg einer Adoption offensteht. Wenn gleichgeschlechtliche Paare in ein Land auswandern, welches die Ehe für alle schon umgesetzt hat, wird die eingetragene Lebenspartnerschaft zwar anerkannt, aber nur zu den deutschen rechtlichen Bestimmungen und nicht zu dem einheimischen Eherecht. Dadurch entstehen wieder Benachteiligungen wie die Versagung des Nachzugsrechts des Lebenspartners und die gemeinsame Adoption. Die Angabe des Familienstands "verpartnert" führt zu einem erzwungen Comingout und kann leicht zu Diskriminierungen führen.

Durch die Öffnung der Ehe sind homosexuelle Partner heterosexuellen Paaren endgültig gleichgestellt. Sie können nun im Nachgang beantragen, ihre bereits eingetragene Lebenspartnerschaft in eine Ehe umzuwandeln, um die damit verbundenen rechtlichen Vorteile nutzen zu können. Gleichgeschlechtliche Partner dürfen jetzt heiraten und werden auch geschieden wie heterosexuelle Ehepaare. 

 

Unsere Pressemitteilung beschäftigt sich ausführlich mit dieser begrüßenswerten Änderung und fasst alles Wichtige für Sie zusammen:

Alles zum Thema eingetragene Lebenspartnerschaft sowie Scheidung können Sie in den zahlreichen Ratgebern nachlesen: